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Kinderbetreuung (0164)

Bischof Mixa hat zu dem von Frau von der Leyens geplanten Ausbau von Kinderkrippen Stellung genommen. Vorangegangen war der Wunsch von Wirtschaft und Regierung, dass in Deutschland:
- wieder mehr Kinder geboren werden.
- für unter 3-jährige Kinder der Ausbau von 750.000 Kindergrippenplätzen (dem Dreifachen heutigen Standes) vorangetrieben wird.
Konnte sich der Bürger in den ersten Nachrichten noch ein relativ unverfälschter Bericht von den Aussagen Bischofs Mixa gehört werden, änderte sich dies mit zunehmender Dauer.
Übrig geblieben sind nur noch Schlagworte wie „Bischof Mixa hat die Frauen beleidigt, weil er sie zu Gebärmaschinen degradiert hat“ oder Bischof Mixa hat keine Ahnung, dass in der heutigen Zeit auch die Frauen arbeiten müssen, um den Lebensstandard zu finanzieren“.
Besonders schlimm finde ich es, dass Kommentatoren wie H. Mathias Morgenroth vom Bayrischen Rundfunk sich auf dieses niedrige und beschämende Niveau herunter gelassen hat.
Was aber hat Bischof Mixa gesagt bzw. kritisiert?
Kinder brauchen in den ersten 3 Jahren die Nähe zu ihren Eltern. Der Vorschlag von Frau von der Leyens zielt darauf ab, dass in Deutschland mehr Kinder geboren werden, heutige Probleme mit der anschließenden Kinderbetreuung durch die Unterbringung in Kinderkrippen gelöst werden. Nach dem Motto an die arbeitenden Frauen: Bekommt Kinder, in den ersten 12 Monaten bekommt ihr das Erziehungsgeld, danach ab in die Kindergrippe und zurück an den Arbeitsplatz. Bischof Mixa hat dieses System kritisiert, nicht die Frauen! Das ist ein entscheidender Unterschied! Aber er hat nicht nur kritisiert, sondern seine Aussagen begründet und Vorschläge gemacht! Wie jetzt über ihn geurteilt, ja verurteilt wird, ist zynisch, kalt und unmenschlich. Vielleicht sind gerade seine Kritiker Opfer einer vor Jahren falsch eingeleiteten Familienpolitik, deren Auswirkungen sich stetig mehr zeigt.
Wie Bischof Mixa möchte ich feststellen, dass Kinder in den ersten 3 Jahren die Nähe, aber auch die Liebe der Eltern, Großeltern oder einer wichtigen Bezugsperson erfahren!
Geschieht dies nicht, kann (muss nicht) das Kind seelischen Schaden nehmen bzw. ist selbst später nicht in der Lage, selbst Liebe zu geben. Wird ein Kind - kaum auf der Welt- in eine Kindergrippe abgeschoben, entbehren sie u.U. ihrem Kind das für sie so Wichtige: Zuneigung, Liebe, das Gefühl der Geborgenheit. Das ist der entscheidende Unterschied! Mir kann niemand einreden, dass in einer Kindergrippe für das einzelne Kind dieses gewährleistet wird. Wie Mixa erwähnte und wie die Erfahrung zeigt, hat dieses in der ehemaligen DDR praktizierte System zu deutlich mehr Problem in unserer Gesellschaft geführt. Erhöhte Kriminalität, Amokläufe in den Schulen, erhöhte Gewaltbereitschaft sind unübersehbare Zeichen und können nicht geleugnet werden. Warum also sollen wir dieses System übernehmen, was langfristig nicht mehr zu korrigieren ist?
Um es klar zu sagen; Kindergrippen sind notwendig und nicht im Allgemeinen zu verteufeln. Aber die Politik macht es sich zu einfach, Anreize zu schaffen, die langfristig unsere Gesellschaft zu einem Volk von „Ich-Menschen“ umerzieht.
Wie Bischof Mixa hätte ich mir gewünscht, nach Alternativen zu suchen und diese zu fördern, zumal das von Frau Leyen vorgeschlagene System ja auch nicht zum Nulltarif zu haben ist (im Radio habe ich mal gehört, das Schätzungen von ca. 1000.-€/Monat pro Kind anzusetzen sind).
Die Frage muss also lauten, wie bringe ich Familie und Beruf in Einklang. Ich bin mir bewusst, dass alle folgenden Lösungsansätze meist erst in späten Jahren zum Erfolg führen können, aber wir müssen so bald wie möglich damit anfangen (wie beim Umweltschutz), sonst sind die Auswirkungen für die nachfolgende(n) Generationen teuer bzw. nicht mehr steuerbar.
Bestand nach dem Krieg noch eine intakte Familie aus mehreren Generationen, ist eine Oma, ein Opa oftmals verpönt. Der gesellschaftliche Aspekt von Großeltern ist medienwirksam auf
das Image von Rentenbezieher, die für den Generationenkonflikt verantwortlich sind, degradiert.
Was spricht dagegen, Familien in der Form zu fördern, gemeinsamen Wohnraum, Zuschuss für Kinderbetreuung oder kostenfreien Nahverkehr zu finanzieren?
Was spricht dagegen, Mütter, die in den ersten 3 Jahren zuhause bei ihrem Kind bleiben, einen ordentlichen Rentenanspruch zu sichern?
(Anm. Heute ist es so, dass ostdeutsche Mütter, die ihre Kinder nach dem von Frau Leyens favorisierte System ihre Kinder in diese Kinderkrippen gegeben haben und eine Arbeit angenommen haben, eine ordentliche Rente bekommen; Mütter in Westdeutschland, die diese Möglichkeit nicht gehabt haben und zuhause geblieben sind, keine Rente bekommen. Die Folgekosten aus diesem System müssen aber alle Bürger tragen).
Was spricht dagegen, dass sich Frauen in der Nachbarschaft zusammensetzen und Pläne ausarbeiten, wer gerne zuhause bleiben will und 1,2,3 Kinder stundenweise gegen Entgelt betreut? Die gesetzlichen Hürden zu dieser offiziellen und abgesicherten Möglichkeit sind leider so hoch, dass kaum davon Gebrauch gemacht wird.
Die Liste ließe sich mit wenig Nachdenken verlängern; sie soll nur nachweisen, dass die Politik Mittel und Gesetze hat, für unsere Kleinkinder und arbeitende Mütter Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Generation heran wachsen lässt, die von Liebe und Zuneigung geprägt ist. Die besten Voraussetzungen für eine menschliche Gesellschaft!

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