Google  Textversion

MGGP: Für eine menschliche Gesellschaft und gerechte Politik
Schutz und FörderungFrieden Gerechtigkeit MenschlichkeitPolitik Wirtschaft GesellschaftArbeit/Bildungdagegen seinFinanzierungGlobalisierung
08/22/2019 Startseite Druckversion zurück Kontakt| Aktuelles| Über uns| Impressum| Datenschutz| Unterstützung| Sitemap| z.N.


wenn Gesetze + Menschen unmenschlich sind

Einen Fall, der tagtäglich bei uns vorkommt, möchte ich hier beschreiben. Nennen wir die Personen Monika und Peter. Die beiden sind seit 5 Jahren zusammen und haben auch eine gemeinsame Wohnung. Der Kinderwunsch bleibt zunächst aus und Monika geht zu einer Heilpraktikerin, in der Hoffnung, dass sie ihr helfen kann. Und wirklich, eines Tages ist Monika schwanger. Monika und anscheinend auch Peter sind überglücklich. In der Schwangerschaftszeit arbeitet Monika als freiberufliche Grafikerin besonders viel, soll doch etwas angespart werden für die Zeit nach der Geburt, wenn Monika für das Kind da sein will. Vereinbart wird, dass Peter, wenn er um 15Uhr30 von der Arbeit nach Hause kommt, die Kinderbetreuung übernimmt. Eine Woche vor der Geburt bittet Peter seine Monika, auf das Jugendamt doch mitzukommen; beide müßten bestätigen, dass er der Vater des Kindes sei. Monika freut sich, auch wenn die Fahrt nach Wangen im Allgäu für sie doch sehr beschwerlich ist, dass Peter selbständig etwas unternommen hat (was sonst nicht üblich ist). Beim Jugendamt legt eine Sachbearbeiterin ihr ein Blatt zur Unterschrift vor, was sie auch unterzeichnet. Dass sie in diesem Moment das gemeinsame Sorgerecht unterschreibt, wird ihr nicht bewusst (Anm. Vermutlich hätte sie es auch unterschrieben, wenn sie über die Rechte, wonach sie normalerweise über das alleinige Sorgerecht verfügt, sie aber nach Aufklärung durch die Sachbearbeiterin dem gemeinsamen Sorgerecht zugestimmt).
Eine größere Wohnung wurde auch gesucht; der Umzugstermin sollte gerade um den Geburtstermin herum erfolgen. Wie das Schicksal manchmal so spielt, gerade am Umzugstermin kommt Söhnchen (nennen wir ihn Max) zur Welt. Den Umzug machen Geschwister von Peter, gemeinsame Freunde und Eltern von Monika. Peter kommt Mittags aus dem Krankenhaus, geht sofort zu einer Frau (nennen wir sie Lucie) um die ersten geschossenen Fotos zu begutachten. Dann will Peter wieder weg gehen, aber der Vater von Monika (nennen wir ihn Franz) bittet Peter, doch auch die Fotos vom Enkelkind sehen zu dürfen. Franz ist schockiert; neben einigen Fotos hat Peter die Nachgeburt fotografiert. Franz sagt zu Peter, dass er das unmöglich findet; Peter grinst nur und geht dann mit Monika weg. Die Eltern von Monika machen die weitere Arbeit in der neuen Wohnung.
Nach 3 Tagen kommt Monika glücklich nach Hause, noch sehr geschwächt von der schwierigen Geburt. Sie muß das Bett hüten und ihre Mutter (nennen wir sie Johanna) macht den Haushalt, Vater Franz die notwendigen Arbeiten wie Vorhänge aufhängen etc. Peter ist selten da, und wenn, kam es vor, dass er mit Lucie auf der Terrasse feierte und sich um Monika so gut wie nicht kümmerte. Jetzt kommt eine Frau ins Spiel, die unglaubliches leistet; die Hebamme (nennen wir sie Glücksfee). sie ist äußerst besorgt um Max und Monika, was den Eltern von Monika und auch ihr gut tut. Peter ist nur ab und zu da, und wenn ja, spricht er nicht mit Monika. Sollte es ein so großer Schock für Peter sein, jetzt Verantwortung zu haben? Mit jedem Tag wird Monika unsicherer. Am 14 Tag nach der Geburt stellt Monika ihren Peter zur Rede. Und was sagt Peter? Er sagt, ich liebe dich nicht mehr, habe seit 10 Monaten eine Freundin. Auf Drängen von Monika sagt er, dass es Lucie sei. Er werde wohl in der Wohnung bleiben, aber ihn interessiere nur das Kind, von Monika will er nichts mehr wissen. Monika ist geschockt; für sie bricht eine heile Welt zusammen. Und doch hat sie die Kraft, die Eltern von Peter anzurufen und sie zu bitten, Peter zu helfen, da er doch in einem seelischen Schockzustand sei (was wohl nicht der Fall war). Peter bleibt die nächsten 14 Tag in der Wohnung, ist aber nur selten da. In seiner Firma lässt er sich als Vater feiern, bekommt von 50 Mitarbeitern jeweils 3 Euro für das Kind. Das Geld kommt in eine kleine Kasse. Monika ist verzweifelt, sie versucht Normalität für sich und ihr Kind zu gewinnen, aber es gelingt ihr nur teilweise. Die Hebamme versucht zu vermitteln, sagt, er solle sich alles nochmals überlegen. Seine Antwort an die Hebamme: Die Monika ist für mich gestorben, ich will nur das Kind. 4 Wochen nach der Geburt zieht Peter zu seiner Lucie, nimmt noch die kleine Kasse mit 150 Euro mit. Die Scheckkarte von Monika gibt er ihr zurück (Monika gab sie ihm für die Zeit, die sie im Krankenhaus bzw. nachher zuhause im Bett verbrachte, um das Notwendige einzukaufen.). Max wird zum sog. Schreikind. Stundenlang schreit es, Tag und Nacht. Die Hebamme müht sich, ebenso die Eltern von Monika. Es ist eine ganz schlimme Zeit. Monika geht zum Arzt mit Max aber letztendlich kann ein Oesteopath etwas Linderung erreichen. Monika ist von 60 kg auf 45 kg gemagert, stillt aber trotzdem ihr Kind. Die Behandlungskosten zehren an dem Ersparten; zudem muß Monika erkennen, dass Peter fast 900 € von ihrem Konto abgehoben hat. Selbst das Geschenk zur Geburt hatte er mit ihrer Karte gekauft. Aber das finanzielle ist zunächst nicht das Problem. Sie möchte, nachdem Peter ihr erklärte, das gemeinsam Sorgerecht zu haben, dass er dieses zurück nehmen solle. Aber Lucie, Peters Freundin arbeitet des öfteren für das besagte Jugendamt und sie wußte, dass die Einspruchsfrist diesbezüglich 14 Tage beträgt. Aus diesem Grund hatten die Beiden (Peter und Lucie) die Termine mit dem Jugendamt so gelegt. Der Vater von Monika geht zur Rechtsberatung. die Rechtsanwältin arbeitet häufig mit dem Jugendamt zusammen. Sie sieht kaum eine Chance, dass ein Richter das gemeinsame Sorgerecht zurück nimmt. Trotzdem kommt es zur Verhandlung, zumal Peter nicht nur das gemeinsame Sorgerecht haben will, sondern auch das Aufenthaltbestimmungsrecht! Der Richter erklärt, dass aufgrund bestehender Gesetze das Sorgerecht Peter nicht genommen werden kann, wohl wissend, dass ihm so ein abgebrühter Typ selten vorkommt. Aber den Antrag von Peter auf das Aufenthaltbestimmungsrecht schmettert er ab und zeigt dabei ganz offensichtlich, dass er Peters Verhalten mißbilligt.
Aber Peter hat noch ein Ass im Ärmel, seine Freundin Lucie arbeitet ja für das Jugendamt und die zuständige Mitarbeiterin des Jugendamtes versteht sich mit Lucie sehr gut. Peter wird von ihr innerhalb eines Tages beraten, Monika dagegen muss Wochen auf Beratung warten. Es ging darum, wie weiter bezüglich Besuchsrecht vorgegangen wird. Es wurde dann vereinbart, 2 x wöchentlich darf Peter für eine Stunde in der Wohnung von Monika zu Max. Ausdrücklich hatte der Richter Peter darauf hingewiesen, dass er das Kind nirgendwo hin nehmen darf. Als Monika ein paar Tage mit Max zu Ihrer Schwester fahren wollte, erhob die Mitarbeiterin vom Jugendamt (nennen wir sie Martha) den Einwand, dass sie das nur dürfe, wenn Peter dem zustimme. Ob dies wirklich so ist, müsste wohl noch von anderer Seite geklärt werden.


Inzwischen ist Max 1 Jahr und 2 Monate alt, ist ein fröhliches Kind. Die Mutter hatte Elterngeld bezogen, von dem sie leben und die Miete (600 €/Monat) bezahlen konnte. Monika hat nun das Problem, dass sie aufgrund der Kinderbetreuung nur wenig in ihrem Beruf arbeiten kann. Sie hatte vor der Geburt ca. 2500 € brutto verdient. Im Steuerbescheid von 2009 hatte sie brutto ca. 24.500 € verdient. Peter verdient nach eigenen Angaben 1764 € ; davon kann er berufsbedingte Aufwendungen in Höhe von 295 € gelten machen, sodass er ein unterhaltsrechtliches Einkommen von 1469 € hat. Da ihm 1050 € laut Rechtsprechung bleiben, bezahlt er für Max 225 € und für Monika 194 €. Bei einem jetzigen Einkommen von Monika (ca. 400€ durch eigene Arbeiten und 194 € von Peter) in Höhe von ca. 600€ kann sie jetzt gerade die Miete für die Wohnung bezahlen. Monika hat zwar einen Anspruch auf ihr bisheriges Einkommen, aber Peter schafft es durch die berufsbedingten Maßnahmen, dass ihr so wenig Geld zusteht. Den Tipp mit der Reduzierung bekam er von einem (ehemaligen?) Mitarbeiter von der Diakonie. Franz telefonierte mit diesem Mann und bekam auf die Frage, wie Monika mit diesem Geld leben soll die Antwort: das ist ihr Problem (dabei rülpste er, weil er ein Bier getrunken hatte). Franz bat Peter, einen 400€ Job anzunehmen, um Monikas Sorgen geringer werden zu lassen. Zumal Peter ab 15Uhr nachmittags und Samstag frei hat. Dafür hatte Peter nur ein Grinsen übrig.

Dass Peter menschlich so mies ist, ist eine Sache, dass ihm die Gesetze und in diesem Beispiel Jugendamt und Diakonie noch helfen, eine andere Sache.

Suche auf mGGp





> Interesse an Mitarbeit
> Tragen Sie sich in unser Newsletter ein

> mGGp auf Facebook



Wenn wir es schaffen, dass ein Mensch , ein Kind, ein Tier durch unser tun weniger oder nicht leiden muß, hat unser Leben einen Sinn gehabt.


VOILA_REP_ID=C12570BF:003747C3