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Hungersnot in Afrika

Die Hungersnot im Osten von Afrika nimmt immer schlimmere Ausmaße an. Viele Menschen spenden in der Hoffnung, dass ihre Spende der notleidenden Bevölkerung zugute kommt. Bilder im Fernsehen zeigen kranke, halb verhungerte Menschen. Vor allem die Not der Kinder ist schlimm mit anzusehen im Gefühl, nicht oder nur wernig helfen zu können. Und die Politik? Irgendwelche Millionenzusagen, die schwer zu recherchieren sind, ob sie ankommen, was damit gemacht wird.

Heute habe ich an 2 Comboni-Missionare geschrieben;habe angefragt, ob und wie ich helfen kann. Bruder Güntehr Nährich leitet in Moroto (Uganda) das St. Kizito Hospital Matany und Missoinar Hans Eigner ist normalerweise im Südsudan, um zu helfen. Beide haben mir auch gleich geantwortet. Hier ihr Bericht:


Lieber Xaver Reisacher,

herzlichen Dank für Ihre Zeilen, die ich gerade bei meinen Eltern lese, wo ich ein paar Tage Urlaub mache. Ich weiß, dass unsere Prokura ein extra Konto für die Hungersnot am Horn von Afrika eingerichtet hat und wir die Diözesen Marsabit, Kitale und Lodwar finanziell unterstützen.
Ich weiß auch,dass beim Br. Günther immer die Situation extrem ist. Ich will es Ihnen überlassen, aber ich kann mir vorstellen, dass eine Hilfe in Karamoja bei Br. Günther notwendiger ist und vor allem sehr gut eingesetzt wird. Br. Günther wird auch immer gut antworten und informieren.

Ihnen alles Gute und Dank für Ihre Liebe für Afrika.
Grüße auch an Ihre Frau

Br. Hans



Lieber Xaver,
 
Dank Dir für Deine Zeilen und Deine Mitsorge um die Hungernden in Ostafrika.
 
Von einigen Freunden wurde ich ebenfalls danach gefragt. Zwar ist bei uns keine Hungersnot und Notfallsituation, wie etwa in Somalia oder Teilen Äthiopiens und Kenias, da wir hier immer wieder sehr regional Regenschauer haben, doch manche Gebiete sind sehr trocken. Unsere Unterernährtenstation ist überfüllt und unser Basisgesundheitsteam berichtet immer wieder vom schlechten Ernährungszustand der Kinder in den Dörfern. Die Mütter kommen leider erst dann ins Krankenhaus, wenn ihre Kinder erkrankt sind. Dabei stellen wir dann oft fest, dass die Kinder auch unterernährt sind. Chronische Unterernährung gilt hier in Karamoja nicht als Krankheit, ist es ja auch nicht. Die Kinder brauchen keine Medizin, sondern (nur) was zu essen. Die Leute haben sich an diese Wirklichkeit über die Jahre hinweg gewöhnt. Die neue Ernte läßt noch auf sich warten. Ich sende Dir ein paar Bilder von unserer Kinderabteilung und Unterernährtenstation mit.
 
Die Lebensmittelpreise sind in den letzten Wochen stark gestiegen. Sehr viele Leute hier haben eh kein geregeltes Einkommen und für 1 kg Zucker musste letzte Woche an die 2,00 Euro bezahlt werden. Zucker ist also Luxusartikel geworden und kein Grundnahrungsmittel mehr. Auch die Preise für Maismehl und Bohnen gingen stark nach oben. Die Ernte in manchen Gebieten beginnt jetzt, doch selbst große Organisationen kaufen diese teilweise auf und die Preise bleiben oben. Für 25 kg Milchpulver müssen wir jetzt 390,000/= UGX ca. 120 Euro zahlen, also 1 kg fast 5 Euro. ...
 
Durch diese großen Preiserhöhungen mußten wir auch die Gehälter unserer 250 Bediensteten anheben. Kürzlich erhielten wir die neue Gehaltsliste von der Regierung. Wann wir die Gehälter nicht anheben kann es leicht sein, dass eine Anzahl von Angestellten wechselt. Kurz um, die Gehaltserhöhung wird uns 200 Millionen UGX, ca. 60,000 Euro kosten. Diese Summe müssen wir erst zusammen bekommen. Da heißt es an die Vorsehung zu glauben und immer wieder auf Unterstützung von unerwarteter Seite hoffen.
 
Kürzlich hatten wir fast täglich Gewitter, falls nicht hier, dann nicht weit weg von hier. Einige saisonale Flüsse sind stark angestiegen und die Straßen teilweise nicht passierbar. So war Kotido in den letzten Tagen nicht erreichbar, da die Autos den Fluß nicht mehr überqueren konnten. Auch zwischen Kotido und Abim hat es eine Brücke weggeschwemmt. Woanders von hier Richtung Morulem kam ein Auto von der „Löwenbrücke“ ab und blieb in Wasser stecken. ... Wir haben es hier also immer mit Extremen zu tun, entweder zu lange Trockenzeit oder dann wieder für kurze Zeit viel zu viel Regengüsse. - Der heftige Regen hat seit einigen Tagen nachgelassen und die Straßenverhältnisse verbessern sich langsam. Nächste Woche wollen wir dann den Krankenhauslastwagen nach Kampala schicken. Wir brauchen wieder Medikamente und Hilfsmittel. Da sind 60 Million UGX weg wie nix.
 
Heute musste ich 15.000 Liter Diesel bestellen, da unser Vorrat bald zu Ende geht. Vor zwei Tagen bekam ich als Preisangebot 3.603,- UGX (Ugandan Shilling) für 1 Liter Diesel. Vor drei Monaten zahlten wir noch 3.200,- UGX. Nach hin und her Verhandeln ging der Händler schließlich auf 3.550,- UGX herunter, also 795.000,- UGX gespart. .... Die 15.000 Liter reichen uns dann für 3-4 Monate. Der Kurs des Ugandan Shillings ist stark gefallen und derzeit bekommt man für 3.900 UGX, 1 Euro, (im Oktober 2010 waren es noch 2.900 UGX).
 
Dies also ein kurzer Situationsbericht von hier. Dir, lieber Xaver, sowie Deiner Familie viel Gutes. Falls Christiane in diesen Tagen auf Ferien kommt, grüße sie bitte herzlich von mir.
 
Viele Grüße aus der Savanne Karamojas.
Günther


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Wenn wir es schaffen, dass ein Mensch , ein Kind, ein Tier durch unser tun weniger oder nicht leiden muß, hat unser Leben einen Sinn gehabt.


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